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Aus dem Bloomli-Journal

Schöneres Homeoffice: Mehr Ruhe und Farbe am Schreibtisch

09.09.2026

Schreibtisch am Fenster mit Laptop und einer kleinen Kunstpflanze

Das Homeoffice ist der Raum, in dem viele inzwischen die meisten Stunden des Tages verbringen, und der beim Einrichten trotzdem zuletzt drankommt. Eine Pflanze am Schreibtisch ist einer der einfachsten Griffe, um daran etwas zu ändern. Dieser Beitrag ordnet ein, was Grün am Arbeitsplatz tatsächlich bewirkt, und wo Kunstpflanzen dabei ihren Platz haben.

Was die Forschung zu Grün am Arbeitsplatz sagt, und was nicht

Der bekannteste Befund stammt aus einer Untersuchung von Nieuwenhuis und Kollegen an der University of Exeter, veröffentlicht 2014 im Journal of Experimental Psychology: Applied. Die Forschenden begleiteten Büros vor und nach einer Begrünung und maßen in den begrünten Räumen eine spürbar höhere Arbeitsleistung sowie mehr Zufriedenheit und Konzentration.

Wichtig zur Einordnung: Diese Studie untersuchte echte Pflanzen. Ob Kunstpflanzen denselben Effekt auslösen, ist damit nicht belegt. Bloomli behauptet deshalb nicht, dass eine Kunstpflanze am Schreibtisch die Konzentration messbar steigert. Was sie sicher tut: Sie sieht dauerhaft ordentlich aus, an einer Stelle, an der echte Pflanzen oft eingehen.

Und noch ein Mythos, der ausgerechnet für echte Pflanzen spricht und trotzdem nicht stimmt: Zimmerpflanzen reinigen die Luft im normalen Raum nicht nennenswert. Die berühmte NASA-Studie von 1989 wurde in kleinen, luftdicht verschlossenen Kammern durchgeführt; eine Auswertung von 2019 rechnete nach, dass es für eine Wirkung wie der gewöhnliche Luftaustausch durch Fenster zehn bis tausend Pflanzen pro Quadratmeter bräuchte. Lüften tut, was Pflanzen nachgesagt wird, egal ob echt oder künstlich.

Warum Pflanzen am Schreibtisch so oft eingehen

Der Schreibtisch ist kein guter Standort für Pflanzen, und das liegt nicht am Menschen davor. Er steht oft in der Zimmerecke oder mit dem Rücken zum Fenster, damit der Bildschirm nicht spiegelt. Genau dort fehlt das Licht. Dazu kommen Heizungsluft im Winter und die Wochen, in denen man im Urlaub oder beim Kunden ist.

Wer eine echte Pflanze am Schreibtisch halten will, braucht einen hellen Platz und Regelmäßigkeit. Wer beides nicht hat, hat mit Kunstpflanzen die Lösung für genau diese Stelle.

Der Videocall ist ein eigenes Thema

Seit Videokonferenzen Alltag sind, ist der Hintergrund des Homeoffice Teil des Auftritts. Was die Kamera zeigt, ist meist ein Regal, eine Wand, eine Tür. Eine Pflanze im Bild macht den Hintergrund ruhiger und aufgeräumter, ohne dass man Bücher sortieren muss.

Zwei praktische Hinweise dazu:

  • Nicht direkt hinter dem Kopf. Eine Pflanze, die aus dem Hinterkopf zu wachsen scheint, lenkt ab. Seitlich versetzt, auf Höhe der Schulter oder im Regal, wirkt sie als Rahmen.
  • Größere, ruhige Formen. Ein Farn oder ein Zweig mit großen Blättern liest die Kamera als Fläche. Filigrane, kleinblättrige Pflanzen werden bei der Komprimierung zu Rauschen.

Dass Kunstpflanzen hier gut funktionieren, hat einen einfachen Grund: Die Kamera sieht den Unterschied zu echten nicht, und der Hintergrund sieht in jedem Call gleich aus, auch nach drei Wochen Urlaub.

Wo im Homeoffice Grün am meisten bringt

  • Auf dem Schreibtisch selbst: eine kleine Pflanze am Rand des Blickfelds. Sie soll nicht im Weg stehen, sondern den Blick beim Aufschauen kurz auffangen.
  • Im Kamerabild: siehe oben, also seitlich, in mittlerer Höhe.
  • In der dunklen Ecke: Der Platz hinter der Tür oder neben dem Aktenschrank, an dem nichts wächst. Ein größerer Kunstbaum füllt ihn.
  • Auf dem Fensterbrett: hier kann auch eine echte Pflanze stehen, sofern die Sonne nicht den ganzen Nachmittag darauf steht, denn dauerhaft direkte Sonne bleicht Kunstblumen mit der Zeit aus.

Weniger ist hier mehr

Das Homeoffice ist ein Arbeitsraum. Drei bis vier Stellen mit Grün reichen für ein Zimmer von 12 bis 15 Quadratmetern; mehr wirkt schnell wie ein Wintergarten. Ruhige Farben wie Grün, Weiß und ein gedeckter Akzent halten den Raum konzentriert. Ein üppiger Blumenstrauß in kräftigen Farben gehört eher ins Wohnzimmer.

Pflege in zwei Minuten

Alle zwei bis vier Wochen die Blätter mit einem weichen Tuch abstauben; der Föhn auf Kaltstufe mit etwas Abstand geht auch. Zweimal im Jahr eine gründlichere Reinigung mit lauwarmem Wasser, danach an der Luft trocknen lassen. Das ist alles, und es lässt sich in die Pause legen, in der man ohnehin den Schreibtisch abwischt.

Wo echte Pflanzen die bessere Wahl bleiben

  • Auf einem hellen Fensterbrett, wenn man ohnehin täglich am Schreibtisch sitzt und das Gießen zur Routine gehört.
  • Wenn einem das Kümmern selbst die kleine Pause im Arbeitstag ist.
  • Für den Effekt aus der Exeter-Studie gibt es bislang nur bei ihnen Belege.

Passendes Sortiment

Für den Schreibtisch eignen sich kleine Topfpflanzen, für Regal und Kamerabild Hängepflanzen. Die dunkle Ecke füllt ein Kunstbaum. Wie Kunstpflanzen in gemeinsam genutzten Büros funktionieren, steht im Beitrag Kunstblumen im Büro.

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